Privater Vermögensaufbau

Immer wieder wird die Frage an uns herangetragen, wie denn der private Vermögensaufbau am besten - gemeint ist hier am ertragreichsten bei überschaubarem Risiko - betrieben werden könnte. Regelmäßig sollte dabei ein dreistufiges Konzept verfolgt werden!

Drei-Stufen-Plan

In der ersten Stufe ist danach zu trachten, das Brutto-Einkommen vor Steuern durch Ansatz aller entstandenen Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderabschreibungen und Sonderausgaben so niedrig wie möglich zu halten. Dies erledigen wir als Ihre Steuerberater automatisch bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung.

Ergibt sich nach allen betrieblichen Maßnahmen ein steuerpflichtiges Einkommen von mehr als EUR 60.000,-- (Steuerprogression 50%), sollte in der zweiten Stufe bei entsprechender Liquidität versucht werden, betriebsfremde steuerliche Verluste zuzukaufen. Dies kann geschehen mit Bauherrnmodellen oder auch mit noch vereinzelt angebotenen gewerblichen Verlustbeteiligungsmodellen.

Nach optimaler Umsetzung der ersten beiden Stufen erhält man ein maximales verfügbares Nettoeinkommen nach Steuern. Die dritte Stufe stellt nun die eigentliche private Vermögensveranlagung dar. Verbreitet sind hier (leider noch immer) das Sparbuch (minimaler Ertrag), die Lebensversicherung (geringer steuerfreier Ertrag, langfristig gebunden) und festverzinsliche Wertpapiere (höhere Zinsen bei höherer Steuerbelastung). Ein gutes Instrument für die meisten Veranlagungsziele bilden Investmentfonds und hier besonders global anlegende Aktienfonds, die den Vorteil des langfristig höchsten Ertrages bei weitgehender Steuerfreiheit mit geringem Risiko kombinieren. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, sollte man jedoch bei Aktienfonds einen langfristigen Anlagehorizont (7 Jahre und mehr) vorsehen um Krisensituationen durchstehen zu können. Bei kurzfristigerer Sicht oder angestrebten laufenden Rückflüssen sollten festverzinsliche Werte vorgezogen werden.

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Rechnen vor dem Start

Die Planungsrechnung ist beinahe so wichtig wie die Geschäftsidee selbst.

Am Anfang jeder unternehmerischen Tätigkeit steht die Geschäftsidee. Doch dann sollte es sich gleich um's Geld drehen: Einer der allerwichtigsten Punkte, über die man sich klar werden muss, ist die Ermittlung der benötigten finanziellen Mittel. Immer wieder kann festgestellt werden, dass Unternehmer von Anlaufverlusten und dem Finanzierungsbedarf eines Unternehmensaufbaues überrascht werden. Aus diesen Gründen ist es unbedingt empfehlenswert vor dem Start eines Unternehmens eine Planungsrechnung auf mindestens zwei bis drei Jahre hinaus zu erstellen. Dadurch ist man gezwungen sich nicht nur mit den erwarteten Erlösen, sondern auch mit den zu erwartenden Kosten intensiv auseinanderzusetzen. Aus einer Planungsrechnung sind die folgenden Informationen ablesbar:

  • Ermittlung und zeitlicher Anfall der zu erwartenden fixen und variablen Kosten
  • Ermittlung des Gesamtkapitalbedarfs bis zur Gewinnphase
  • Hilfe für die Ermittlung der Aufteilung des Kapitalbedarfs auf Eigen - und Fremdkapital
  • Argumentationshilfe bei Gesprächen mit potentiellen Partnern (Aufbringung von Eigenkapital) bzw. mit Banken (Aufnahme von Fremdkapital)
  • Hilfe für die Wahl der Rechtsform des Unternehmens aus steuerlicher Sicht
Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung können wir bei der Erstellung von Planungsrechnungen jedes Schwierigkeitsgrades behilflich sein.

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Cost-Average-Verfahren

Der Weg zum kostengünstig aufgebauten Fondsvermögen

Zum Thema "Aktien - Investmentfonds" haben wir erklärt, dass die Aktie der mittel- bis langfristig ertragreichste Weg ist, ein Vermögen aufzubauen. Eine Unzahl verschiedenster Aktienfonds ermöglichen jede Anlagestrategie. Die große Frage ist, wann soll man investieren? Nach einem Crash? Wann kommt der nächste? Wenn man nach dem sogenannten Cost-Average-Verfahren vorgeht, spielt dies keine Rolle mehr: Man investiert in gleichbleibenden zeitlichen Abständen die gleiche Summe in denselben Fonds und verhält sich damit automatisch antizyklisch. Bei hohen Kursen werden so weniger Anteile gekauft, bei niedrigen Kursen mehr. Im Schnitt hat man damit mehr Anteile zu tiefen als zu hohen Kursen gekauft, was auf lange Sicht eine erhebliche Renditenerhöhung darstellt. Das Zahlenbeispiel verdeutlicht diesen Effekt. Wichtig ist natürlich auch, welche Fonds man auswählt.

Gerne beraten wir Sie dabei, aber auch bei allen anderen Veranlagungsfragen.

Der Cost Averaging Effekt
Zahlen Sie monatlich 500 Euro ein, steigen Sie günstiger aus als beim Kauf von 5 Anteilen monatlich
   
Monatliche Einzahlung 500.-
Monatlicher Kauf von fünf Anteilen
Datum
Ausgabepreis
Sparbeitrag
Zahl der erworbenen Anteile
Sparbeitrag
Zahl der erworbenen Anteile
1.1.
100,-
500,-
5,000
500,-
5
1.2.
80,-
500,-
6,250
400,-
5
1.3.
75,-
500,-
6,667
375,-
5
1.4.
90,-
500,-
5,556
450,-
5
1.5.
120,-
500,-
4,167
600,-
5
1.6.
135,-
500,-
3,704
675,-
5
                          
3.000.-
31,344
3.000,-
30
Durchschnittlicher Einstandspreis pro Anteil
    95,71
    100,-
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Thema Kassabuch

Keine leichte Lektüre - das wissen wir aus unserer täglichen Beratungspraxis. Das folgende Frage-und-Antwort-Spiel soll Sie in Sachen Kassenbuchführung weiterbringen.

Was ist ein Kassabuch?
Ein Kassabuch ist die chronologische Auflistung aller Bargeldbewegungen, also aller baren Geldeingänge und aller baren Geldausgänge. (Bar nennt man, was in Form von Geldscheinen oder Münzen in der Hand gehalten werden kann.) Wichtig: In das Kassabuch muss auch der Kassastand eingetragen werden. Zumindest am Monatsanfang und am Ende jeder Seite als "Übertrag". Der Kassastand muss trotzdem jeden Tag positiv sein. Daher unser Tip: Kontrollieren Sie mittels Rechenmaschine den Saldo. Danach: Kassasturz!

Wer muss ein Kassabuch führen?
Jeder Bilanzierer muss ein Kassabuch führen - ein Einnahmen-Ausgabenrechner muss nur alle baren Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben auflisten.

Was ist eine Minuskassa und was schließt daraus das Finanzamt?
Eine Kassa in welcher weniger als kein Geld vorhanden ist, gibt es nicht! Das Finanzamt schließt daraus, dass noch Geld in der Kassa gewesen sein muss, sonst hätten Sie ja keines mehr ausgeben können! Da Sie ja aber durch Ihre eigene "Minuskassa" behaupten, es sei noch Geld dagewesen, vermutet das Finanzamt entweder "schwarze" Einnahmen oder zumindest "schlampige", d.h. nicht ordnungsgemäße Kassaführung. Dies berechtigt das Finanzamt zu Schätzungen, Aberkennung des Verlustvortrages und anderen katastrophalen Maßnahmen.

Vermeiden Sie folgende Fehler

  • häufig werden Bankabhebungen an dem Tag an dem das Geld gebraucht wird, abgehoben, aber erst mit dem nächsten Tag (Valutatag der Bank!) in die Kassa als Eingang eingetragen
  • Geld aus dem privaten Bereich wird für Betriebsausgaben verwendet und nicht als Privateinlage eingetragen
  • der Betrag It. Beleg stimmt mit dem Betrag It. Kassabucheintragung nicht überein, Cent werden großzügig weggelassen

Wann müssen die Eintragungen vorgenommen werden?
Einmal monatlich, aber spätestens bis zum 15. des Folgemonats. Unbedingte Voraussetzung hierfür: Die Bargeldbewegungen müssen "gesichert" werden, d.h. manipulationssicher festgehalten und dokumentiert werden.

So "sichern" Sie:
Bei den Barausgängen gibt es zumeist kein Problem, da diese ausreichend durch Zahlungsbestätigungen gesichert sind; für Privatentnahmen muss ein Eigenbeleg angefertigt werden. Bareingänge müssen penibel dokumentiert werden:
Paragondurchschriften, Registrierkassen-Kontrollstreifen und Losungsblätter aufheben!
Das Finanzamt hat nämlich Sorge, wenn Sie Ihr Kassabuch ein Monat später schreiben, dass Sie zu wenig von den Einnahmen und zuviel von den Ausgaben aus Ihrem Gedächtnis hervorkramen, daher täglich die notwendigen Belege sammeln.

Kann ich ein Kassabuch auch über einen PC anfertigen?
Ja, im Extremfall kann das Kontoblatt "Kassa" ihrer Buchhaltung die Funktion des Kassabuches ersetzen.

Wie behandle ich Barschecks und Kreditkartenbelege?
1. Variante: Wie Bargeld.
2. Variante: Unsere Empfehlung:
Tragen Sie die Schecks nicht im Kassabuch ein! Bringen Sie die Schecks und Kreditkartenbelege täglich zur Gutschrift auf die Bank.
Vorteil: Doppelerfassungen als Betriebseinnahme werden ausgeschlossen. Wenn Sie Schecks wie "Bargeld" mitzählen und dann Barausgaben bis zu dieser Höhe eintragen, sieht man, dass Sie gemogelt haben, denn mit den Barschecks Ihres Kunden können Sie bekanntlich kein Mittagessen bezahlen.

Mit welchem Datum müssen Ein- und Ausgänge eingetragen werden?
Mit jenem des tatsächlichen Einganges in die Kassa bzw. mit dem Datum des tatsächlichen Ausganges!
Beispiel: Sie zahlen am 15. und 17. 11. Postgebühren aus der eigenen Tasche. Vergütung aus der Betriebskasse erfolgt am 27. 11. Richtiges Eintragungsdatum: 27. 11.
Achtung: Zahlungsdatum auf Sammelbeleg vermerken!

Zur Erinnerung ein "lästiger" Rat:
Zahlen Sie möglichst wenig bar und wickeln sie möglichst viel über die Bank ab. Diese zeichnet alles für Sie auf dem Bankauszug auf.

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Was ist eine Stiftung?

Die Erben will jeder gut versorgt wissen. Nicht nur, um der Erbschaftssteuer zu entgehen, stellt die Stiftung ab einem Vermögen von etwa einer Million Euro eine interessante Versorgungsvariante dar.

Bis 1993 war es Ziel des Gesetzgebers, zumindest bei jedem Generationenwechsel eine zwingende Vermögenszersplitterung und Besteuerung des zu übertragenden Vermögens zu bewirken. Zum Ausdruck kommt dies durch das gesetzliche Erbrecht und das Pflichtteilsrecht, bis 2008 galt auch das Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht. Da durch diese Rahmenbedingungen immer häufiger größere Vermögen ins Ausland abgezogen worden sind, hat sich der Gesetzgeber dazu entschlossen, auch in Österreich Privatstiftungen zuzulassen. Eine Privatstiftung ist eine juristische Person, die vom Stifter mit einem Vermögen ausgestattet wurde, um durch Nutzung, Verwaltung und Verwertung dieses Vermögens der Erfüllung eines Zweckes zu dienen. Der Zweck ist meistens die Versorgung der Erben - ohne das Vermögen aufteilen zu müssen. Außerdem sollen die Erben daran gehindert werden, das Vermögen zu veräußern und damit das Lebenswerk des Stifters zu zerschlagen. Die Begünstigten der Stiftung erhalten nur laufende Erträge aus dem gestifteten Vermögen. Mit der Errichtung einer Privatstiftung wird eine Verselbständigung des Vermögens erreicht; der Stifter selbst hat noch gewissen Einfluss auf das Vermögen - er kann beispielsweise die Stiftung wieder auflösen - mit seinem Tod aber ist die Stiftungsgebarung praktisch unveränderlich geworden. Wenn Sie "stiften" gehen wollen, berät Sie gerne Ihr ATB-Team.

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Thema: Betriebsprüfung

Selbst dem ehrlichsten Steuerzahler treibt die Ankündigung einer Betriebsprüfung Schweißperlen auf die Stirn. Wir wollen Ihnen vorweg einige Anhaltspunkte geben, was bei einer Betriebsprüfung auf Sie zukommt.

Warum werden Sie ausgewählt? Jedes Unternehmen wird mehr oder weniger regelmäßig geprüft. Eine lückenlose Prüfung aller Unternehmen ist jedoch aufgrund der großen Anzahl nicht möglich. Für die Finanzbehörde gibt es drei Kriterien: Sie wurden schon besonders lange - oder womöglich überhaupt nicht geprüft. Sie haben irgendwie die Aufmerksamkeit des Finanzamtes erregt. Ihre Prüfung ist aufgrund einer Computerauswahl rein zufällig.

Worüber wird häufig mit dem Prüfer diskutiert? Sind wirklich alle Betriebsausgaben anzuerkennen? Repräsentationsspesen? Gehen Sie häufig mit Ihren Geschäftspartnern essen? Und das auch am Muttertag, zu Weihnachten und Neujahr? Privatanteile beim Kfz, Handy usw. Beim Handy wird von einem Privatanteil von 30% ausgegangen, beim Kfz ohne Fahrtenbuch mindestens ebenfalls von 30%. Was haben Sie zu erwarten? Geprüft werden in der Regel die letzten drei dem Finanzamt übergebenen Jahresabschlüsse. Nur in besonderen Fällen kann dieser Zeitraum ausgeweitet werden. Der Prüfer hat den Auftrag, die Prüfung in Ihrem Unternehmen durchzuführen. Gute Gründe werden ihn aber davon überzeugen, die Prüfung bei Ihrem Steuerberater abzuwickeln.

Und wann können Sie endgültig wieder ruhig schlafen? Eine Prüfung dauert in der Regel zwischen einer Woche und mehreren Monaten. Der formelle Prüfungsabschluss und die Klärung allfälliger noch offener Fragen sind Inhalt der Schlussbesprechung. Nach der Schlussbesprechung dauert es noch ca. 1-2 Monate bis Sie die Bescheide des Finanzamtes erhalten. Für eventuelle Nachzahlungen haben Sie dann ein weiteres Monat Zeit.

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Was ist ein "Bauherrenmodell"?

Das Prinzip eines BauherrenmodelIs sieht vor, dass sich mehrere Investoren in Form einer Personengesellschaft (meistens Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Kommanditgesellschaft oder Kommanditerwerbsgesellschaft) zusammenschließen, um eine Liegenschaft zu erwerben, diese in der Folge renovieren oder ausbauen und sie langfristig vermieten. Die Renovierungskosten bzw. Anschaffungs- oder Herstellungskosten denkmalgeschützter Betriebsgebäude können in 10 oder 15 Jahren - anstelle von 67 Jahren - abgeschrieben werden.

Selbstfinanzierung der Anlage
Daraus resultieren in den ersten Jahren steuerliche Verluste, welche die Einkommensteuerbemessungsgrundlage der Anleger reduzieren und dadurch Einkommensteuer ersparen. Zumeist tilgen die in den ersten Jahren nicht behobenen Mieterlöse die beim Ankauf und Ausbau der Liegenschaft aufgenommenen Kredite, wodurch sich die Anlage zum Großteil selbst finanziert.

Indexgesicherte Zusatzpension
Der Vorteil eines Bauherrenmodells liegt für den Investor darin begründet, dass er sich während seiner berufsmäßigen Aktivzeit relativ günstig ein langfristig wertbeständiges Anlagegut schaffen kann, welches sodann eine indexgesicherte Zusatzpension abwirft.

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Im Falle einer Hausdurchsuchung

Angenommen, Sie werden um 6 Uhr früh aus dem Schlaf gerissen. Vor Ihrer Tür sieht die "Finanz". Mit schriftlichem Hausdurchsuchungsbefehl und ernster Miene... Da ist guter Rat teuer, und hier ist er.

Zuallererst: Bewahren Sie Ruhe. Lesen Sie sich den Hausdurchsuchungsbefehl durch: Darin steht, wonach die Finanzstrafbehörde sucht (versteckte Aufzeichnungen, Notizbücher usw.). Zweitens: Sie können bis zu zwei Personen Ihres Vertrauens beiziehen: Die Behörde muss diesem Ersuchen nachkommen, wenn sich dadurch die Amtshandlung nicht ungebührlich verzögert. Fotografieren Sie die durchsuchten Räume vor und nach der Amtshandlung. (Während der Durchsuchung ist es verboten). Beachten Sie: Meist erfolgen Durchsuchungen an mehreren Orten gleichzeitig (im Büro und zu Hause). Sorgen Sie dafür, dass überall eine Vertrauensperson ist. Die Durchsuchung kann auch ohne Beisein des Beschuldigten erfolgen; aber gar nicht, wenn niemand anwesend ist. (Dann wird das Objekt bis zur Durchsuchung versiegelt oder bewacht).

Vertrauensperson gesucht
Logischerweise eignen sich Menschen, die einer beruflichen Verschwiegenheitspflicht unterliegen und nicht gezwungen werden können, vertrauliche Informationen preiszugeben. Also Ihr Steuerberater und/oder Ihr Rechtsanwalt. Sie haben auch das Recht, mit Ihren Beratern ohne Beisein der Fahnder zu sprechen. (Ausnahme: Verdunklungsgefahr. Dies muss aber im Schlussprotokoll angeführt sein).

Jetzt wird es ernst
Sie haben die Möglichkeit, das Gesuchte auch freiwillig rauszurücken, machen Sie dies aber taktisch klug: Lassen Sie es beschlagnahmen. Bestehen Sie darauf, dass die Weigerung der Herausgabe protokolliert wird! Geben Sie nämlich die gesuchten Sachen freiwillig heraus, haben Sie später keine Beschwerdemöglichkeit mehr. Außerdem sollten Sie darauf bestehen, dass über die beschlagnahmten Sachen ein genaues Verzeichnis geführt wird. (Sie können verlangen, dass die Ordnerseiten durchnumeriert werden und die Anzahl der Seiten je Ordner im Beschlagnahmeprotokoll festgehalten wird). Weigern nützt Ihnen aber gar nichts - Sie müssen auf Verlangen verschlossene Kästen, Safes etc. öffnen. Andernfalls kann die Behörde Profis zum Öffnen kommen lassen, und die werden nicht gerade zimperlich mit Ihrer Einrichtung umgehen... Oft werden auch EDV-Spezialisten hinzugezogen, die Kopien vom gesamten Inhalt einer Festplatte herstellen. (Die Daten werden dann in den Räumen der Finanzverwaltung ausgewertet). In einem solchen Fall verlangen die Fahnder eine Bestätigung darüber, dass die Funktion der EDV-Anlage in keiner Weise beeinträchtigt wurde. Verweigern Sie dies, kann die gesamte Anlage beschlagnahmt werden. Hier haben Sie also keine wirkliche Wahl.

Reden ist Silber...
Aber warum sollten Sie Aussagen tätigen (zu denen Sie übrigens niemand zwingen kann), wenn doch da der Grundsatz gilt: "Im Zweifel für den Angeklagten". Besser, Sie sagen nichts (auch nicht, wo oder ob Beweismittel zu finden sind). Sucht die Finanz allerdings beim Steuerberater, kann er gegen eine Beschlagnahme nichts unternehmen; nur verlangen, dass die Gegenstände versiegelt werden und über deren Auswertung der Vorsitzende des Strafsenates entscheidet. Häufig werden auch Verwandte beehrt - sie brauchen der Durchsuchung nicht beiwohnen. Als Zeugen dürfen sie die Aussage verweigern, wenn sie Angehörige des Beschuldigten sind oder selbst in die Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung kommen, wenn sie einen bedeutenden Vermögensnachteil erleiden würden oder ihnen die Aussage "zur Schande gereichen" würde. (Ausnahme: die Aussage ist wesentlich).

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Achtung: Finanzbetrüger unterwegs...

Wer hätte nicht gerne ein paar Millionen Dollar auf seinem Konto - ohne dafür auch nur einen Finger rühren zu müssen.

Mit diesem Traum arbeiten ausgefuchste Betrüger - lassen Sie sich nicht täuschen!
Vielleicht haben auch Sie schon einmal einen Brief erhalten, meist in schlechtem Englisch oder schlechtem Deutsch gehalten, in dem Ihnen traumhafte Geschäfte angeboten werden. Neben dem Hinweis auf enge Beziehungen zu dem nigerianischen Finanzministerium und der Zentralbank, der Anführung hoher $-Beträge usw., wird von Ihnen nur erwartet, dass Sie Ihre Geschäftsbank, Kontonummer und ähnliche Daten auf Ihrem Geschäftspapier bekanntgeben. In kurzer Zeit sollten dann riesige $-Beträge auf Ihr Konto überwiesen werden, welche Sie dann unter Einbehaltung einer atemberaubenden Provision weiterüberweisen sollen. Es ist überflüssig zu bemerken, dass auf Ihrem Konto keine Beträge eingehen werden. Im Gegenteil ist bereits ein Fall bekanntgeworden, wonach bei einem Freiberufler schon allein durch die Bekanntgabe seiner Kontonummer versucht wurde, Beträge von seinem Konto abzudisponieren.

Betrugsabsichten oft schwer zu erkennen
Leider handelt es sich bei dem dargestellten Fall nur um eine von vielen Ausformungen der immer häufiger zu beobachtenden Finanzbetrügereien. Auch sind diese "Geschäfte" oft so professionell und seriös aufgebaut, dass es selbst Fachleuten nicht sofort auffällt, dass eine Betrugsabsicht dahinter steht.

Extrem hohe Renditen sind verdächtig
Sobald Ihnen besonders lukrative Geschäfte außerhalb Ihres üblichen Geschäftsbereiches oder Veranlagungen mit extrem hohen Renditen angeboten werden, sollten Ihre Alarmglocken zu läuten beginnen! Ein Beratungsgespräch bei Ihrem Wirtschaftstreuhänder eventuell unter Einbeziehung Ihrer Hausbank kann Sie vor großen Vermögensverlusten und vielleicht auch vor strafrechtlichen Konsequenzen (Geldwäscherei) bewahren. Ihr ATB-Team berät sie gerne!

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Steueroasen sind kein Versteck

Am Beispiel Liechtenstein - noch immer einer der beliebtesten Plätze für "Briefkastenfirmen" - soll dargestellt werden, dass man der österreichischen Steuerpflicht nicht so einfach entkommen kann.

Ein österreichisches Unternehmen gründet in Liechtenstein eine Vertriebstochtergesellschaft. Ab sofort werden Verkaufsgeschäfte nur mehr über dieses Unternehmen getätigt, ein erheblicher Teil der Gewinne verbleibt in Liechtenstein. Das Unternehmen in Liechtenstein ist eine Sitzgesellschaft ohne eigene geschäftliche Aktivitäten.

Auch wenn die österreichische Finanzbehörde in Oasenländern keinerlei Ermittlungs- und Auskunftsmöglichkeiten hat, gibt es für den Fiskus genug Möglichkeiten, eine Gewinnverlagerung zu verhindern:

  • Erfolgt die tatsächliche Leitung der Tochtergesellschaft in Österreich, so können vom Fiskus der Ort der Geschäftsleitung in Österreich angenommen und sämtliche Gewinne in Österreich einer Besteuerung unterzogen werden.
  • Die Verrechnungspreise zwischen Muttergesellschaften und Oasentochtergesellschaften werden nach international anerkannten Verrrechnungspreismethoden überprüft. Erfüllt die ausländische Tochtergesellschaft keine eigenständige wirtschaftliche Funktion, kann ihr auch kein Ergebnis zugerechnet werden.
  • Wenn ein Steuerpflichtiger Geschäftsaktivitäten in Ländern unterhält, in denen die Ermittlungsmöglichkeiten der österreichischen Finanzbehörde eingeschränkt sind, so ist die Offenlegungspflicht des österreichischen Steuerpflichtigen erweitert. Der Abgabenpflichtige wird selbst beweispflichtig im Hinblick auf die Auslandssachverhalte. Kommt er dieser erweiterten Mitwirkungspflicht nicht nach, so darf die Finanzbehörde von dem aus ihrer Sicht wahrscheinlichsten Ergebnis ausgehen.

Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Ermittlungsmöglichkeiten unserer Finanzbehörden auch in manchen Oasenstaaten gar nicht so gering sind:
In Bonn existiert ein Großrechner, in dem eine Vielzahl von einschlägigen Daten gespeichert ist, auf welche die österreichischen Steuerbehörden Zugriff haben. So kann z.B. festgestellt werden, ob an einer Geschäftsadresse mehrere "Briefkastenfirmen" ihren Sitz haben.

Weiters haben in letzter Zeit mehrmals deutsche Behörden Daten-CDs von (ehemaligen) Schweizer Bankmitarbeitern angekauft, auf denen Schwarzgeldtransaktionen deutscher und auch österreichischer Staatsbürger enthalten waren.

Besonders wichtig:
Bei Oasenkonstruktionen kann auch ein unbeteiligter gutgläubiger Kaufmann zum Handkuss kommen:
Wünscht z.B. ein Geschäftspartner, dass bestimmte Geschäftstransaktionen über eine Briefkastenfirma gezogen werden, riskiert der zahlende Unternehmer, dass der Betriebsausgabenabzug dieser Zahlung im Inland nicht anerkannt wird. Die Finanzbehörde ist berechtigt, eine genaue Nennung des Empfängers zu verlangen, wobei es jedoch nicht genügt, eine Oasengesellschaft zu nennen. In einem solchen Fall müssen auch die dahinter stehenden Gesellschafter benannt werden, was in der Regel nicht möglich ist. Es ist somit auch jenen Steuerpflichtigen, die keinerlei "Briefkastenfirmen" unterhalten, anzuraten, sich auf Geschäftstransaktionen nicht einzulassen, in die Oasenländer eingeschaltet werden sollen. Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, wäre ein Termin beim Steuerberater dringend anzuraten.

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